Montag, 22. November 2010

Unterwegs nach Delhi

Auf der Rueckreise von Dharamsala nach Delhi machte sich das weniger idyllische Indien wieder deutlich bemerkbar. Die 5stuendige Busfahrt von Dharamsala nach Pathankot wurde unterbrochen durch einen Reifenplatzer. Die dadurch noetige Umsteigezeremonie durschauten wir natuerlich als Letzte, und die guten Plaetze waren dahin. Sandra hat es gerade noch geschafft, auf den schon abfahrenden Bus aufzuspringen. Mike - schon an die indischen Gepflogenheiten angepasst - hat es sich waehrenddessen im vollgestopften Bus auf dem letzten freien Platz gemuetlich gemacht. Aber die Inder sind freundlich und man stopfte auch Sandra noch wo dazwischen.
Das staendige Hupen der Busfahrer erfuellt drei Aufgaben. Zum Ersten signalisiert es dem entgegenkommenden Fahrzeuglenker, "Ich bin bereit zu sterben, bist du es auch?". Zweitens: Der Rikscha, die man gerade ansetzt zu ueberholen, wird nahe gelegt, moeglichst schnell in den Strassengraben zu verschwinden. Drittens, ruft das Hupsignal alle Businsassen auf, ihren jeweiligen Gott um Beistand anzuflehen. Dass dieser manchmal auch Anderes vor hat, liest man in den indischen Unfallstatistiken nach.
Die Zugfahrt verlief ganz angenehm und wir konnten ein paar Stunden schlafen. Empfangen wurden wir in Delhi von einem Spalier scheissender Inder, durch deren Toilette offenbar genau die Schienen verlegt wurden.
Die Leiche einer jungen Frau, die in der Wartehalle der Old Delhi Railwaystation lag, erregte bei den an- und abreisenden Indern wenig Aufsehen. Uns stockte der Atem, als wir sahen wie sie in einem weissen Sack gesteckt wurde und ueber den Boden zum Leichenkarren geschleift wurde. Moege sie im naechsten Leben mehr Glueck haben.

1 Kommentar:

  1. Mike du Gent - normalerweise lässt man die Dame vorher einsteigen!

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