Montag 22. Oktober, die Sonne ist auf Besuch und weil H. gesagt hat der Spuller See ist schöner als der Formarin See - schauen wir uns das an.
Der farbige Punkt, der mir vom Gipfel zuwinkt dürfte S. sein. Ich kann sie nicht genau erkennen, da mir 200 Meter vorm Ziel die Luft ausgegangen ist und ich hier im Gras liegend abwechselnd die Rote Wand, den Spuller See und den angebissenen Landjäger betrachte, der sich auf meinem Bauch hebt und senkt. Zuerst hektisch dann ruhig und gleichmäßig. Ich bin allein, gestrandet zwischen Ravensburger Hütte und Gipfel. Ich blinzle in die Sonne und außer dem Summen der Insekten und dem Brummen eines Flugzeuges am Himmel liegt eine wunderbare Stille über den Bergen. Für einen Herbsttag ist es ungewöhnlich warm auf 2000 Meter, während im Tal bereits der Nebel hängt, kann die Sonne hier oben noch ungestört ihrem Geschäft nachkommen.
Nichts war an diesem Tag schöner als ruhig im Gras zu liegen.