Es war einer der schönsten Sommertage dieser heuer sehr launischen Jahreszeit. Sandra und ich besuchten unsere vom Reichtum schwer gebeutelten Nachbarn, um die Sulzfluh von deren Seite zu bewandern. Der Klettersteig in der Südwand soll der Schönere sein. Mangels Gegenprobe kann ich das nicht bestätigen, aber dass er unglaublich schön ist, daran besteht kein Zweifel mehr. Die 2819 Meter hohe Sulzfluh liegt im Rätikon und ist ein Grenzberg zwischen Vorarlberg und der Schweiz. Man erreicht den Gipfel über Wanderwege, oder eben über den Sulzfluh-Klettersteig. Ausgangspunkt der Wanderung war Parkplatz 6 in St. Antönien. Über 2 Stunden ging es Almwiesen hinauf zum Einstieg. Hätten nicht rundherum die Bauern ihre Sensen geschwungen, ich bin mir sicher, Heidi und Peter wären irgendwo im Gras gelegen und hätten sich einen Emmentaler geteilt. Die Einstiegsleiter erreichten wir schlussendlich über ein kurzes Geröllfeld. Es ist Mittag geworden und der Schweiß sammelte sich schon in der Popofalte.
Selbige galt es die nächsten 420 Höhenmeter zusammenzukneifen. Teilweise war es wirklich luftig und ausgesetzt. Ein Blick nach unten erhöhte die Schweißproduktion nochmal beträchtlich. Aber alle Anstrengungen haben sich mehr als gelohnt. Der Ausblick vom Gipfel war sensationell. Das Panorama reichte von den schneebedeckten Gipfeln der Silvretta bis zum Bodensee (fast). Der Abstieg zum Gasthof "Alpenrösli" war kein Leckerbissen, die 1200 Höhenmeter führten zu einem guten Teil über Geröll. Das falsche Terrain für meine aus der Knickerbocker hängenden Gummischläuche. Aber wir schafften es und die blauen Flecken am "Füdla" sind mittlerweile auch wieder weg. Die Dame im "Alpenrösli" war sehr zuvorkommen und für 20 Franken bekamen wir zu unserem "Apfelschorli" auch noch einen Espresso. Gott, was will man mehr?






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